Smalltalk meistern: Mit Drama oder lieber echte Gespräche?

Zuerst Drama

Das passiert mir dauernd: Man trifft jemanden auf der Straße, im Supermarkt, beim Hundegassi oder bei einer Veranstaltung. Ein kurzer Blick, ein Lächeln, und schon beginnt der Smalltalk. Meist landet man direkt beim Wetter: „Ganz schön warm heute!“ – „Ja, gestern war’s wenigstens trocken …“ – „Aber zu kalt mag ich es auch nicht.“ Und dann kommt vielleicht noch das Drama über andere Personen, den Krieg in der Welt und was sonst noch so!

Diese Gespräche drehen sich immer nur darum, was nicht passt und vor allem, wo wir nichts daran ändern können oder wollen. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken. Als ob wir darauf warten würden, dass das Wetter endlich mal „perfekt“ ist, was vermutlich nie passiert, hat man den Eindruck.

Ich mag es warm und sonnig, und das sage ich dann auch.

Warum jammern wir beim Smalltalk eher?

Smalltalk über das Wetter oder anderes hat zwei Vorteile: Er ist einfach und meist ungefährlich. Man benötigt kein Vorwissen und niemand fühlt sich angegriffen. Aber genau das macht es oft zu einer Schleife aus Belanglosigkeiten.

Das Problem:

  • Fokus auf Negatives: Wer ständig darüber redet, was nicht passt, trainiert sein Gehirn, genau das immer zuerst zu sehen.
  • Keine Kontrolle: Das Wetter können wir nicht ändern. Über Unveränderbares zu jammern, ist vergeudete Energie.
  • Stimmungseffekt: Dauerjammern zieht nicht nur die eigene, sondern auch die Stimmung des Gegenübers runter.

Mein Aha-Moment im Smalltalk

Neulich habe ich mitten in so einem Gespräch einfach gesagt: „Ich genieße es so, wie es ist.“
Erst kam ein kurzer Moment der Stille. Dann hat sich das Gespräch plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelt, weg vom Wetter, hin zu Dingen, die wir tatsächlich beeinflussen können.

Heute habe ich einen Bekannten auf dem Weg zur Post getroffen, ich kannte ihn als Betreiber eines kleinen Cafés, aber dort war ein neuer Betreiber eingezogen. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ob ihm was passiert war. Also habe ich das direkt gesagt und so kam ein Gespräch über Gastronomie und neue Möglichkeiten zustande. Klar hat er auch kurz über das Drama der Preisentwicklung gesprochen, aber das war eben nicht ausschließlich Thema.

Wie kann man Smalltalk interessanter machen?

Mir ist es immer schwergefallen, mich mit anderen Menschen zu unterhalten. Ich interessiere mich weder für Fußball noch für Sport im Allgemeinen, und nicht für Politik, ob nun lokal, in Deutschland oder weltweit. Und oft sind eben die Menschen nicht bereit, sich über etwas auszutauschen, was kein Drama ist oder wo sie tatsächlich etwas beeinflussen können.

Wenn man also keinen Aufhänger für ein gutes Gespräch hat, habe ich mir einige mögliche Alternativen überlegt, wie ich oder ihr einen Smalltalk beginnen und interessanter und wertvoller gestalten könntet:

  • „Was hat dich heute zum Lächeln gebracht?“
  • „Was war heute wirklich besonders für dich?“
  • „Was für ein Buch hast du in letzter Zeit gelesen?“
  • „Hast du diese Woche schon etwas Neues ausprobiert?“
  • „Was hat dich in den vergangenen Tagen überrascht?“
  • „Fühlst du dich hier zu Hause?“
  • Oder positiv über das Wetter reden: „Ich mag es, wie frisch die Luft heute ist.“

Solche Fragen laden dazu ein, echte Erlebnisse und Gedanken auszutauschen – statt nur eine meteorologische Bestandsaufnahme zu machen.

Fazit: Bewusster sprechen, besser verbinden

Smalltalk muss nicht oberflächlich sein. Es geht doch viel mehr darum, einen Türöffner für ein spannendes Gespräch zu finden. Dann entscheiden wir, wie wir das bewusst gestalten und womit wir es füllen.

Mein Tipp: Beim nächsten Treffen einfach mal das Wetter-Thema überspringen oder positiv formulieren. Du wirst staunen, wie anders sich der Austausch anfühlt.

Frage an dich:

Worüber sprichst du am liebsten, wenn du jemanden triffst?


Weiterführende Links zum Thema Smalltalk:

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